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Energiesparlampen:
Scheinheilig statt Heiligenschein
Der EU-Beschluss, die klassische Glühbirne bis 2012 endgültig vom Markt zu nehmen, stößt nicht nur auf Freude. Denn die hoch gelobten Energiesparlampen halten keineswegs nicht immer das, was sie versprechen.
Nicht nur das deutsche Konsumenten-Magazin ÖKO-TEST kommt zu dem Schluss, dass das Image der Sparlampen nicht ganz so strahlend ist, wie man uns bislang glaubhaft machen wollte. „Obwohl die Versprechen der Hersteller toll klingen, leider halten Stromsparlampen nicht immer das, was sie versprechen”, berichtet ÖKO-TEST.
Zweifelhafte Verbrauchswerte
Die EU-Energiefachleute errechneten, dass der Gesamtenergieverbrauch einer Glühbirne viermal so hoch sei wie der einer Energiesparlampe. Allerdings stützen sich die Berechnungen der EU auf Angaben der Hersteller. Und diese Angaben entsprechen oft nicht den tatsächlichen Verbrauchswerten. Nach den Berechnungen von ÖKO-TEST muss davon ausgegangen werden, dass die tatsächliche Energiebilanz der Sparlampen schlechter ist.
ÖKO-TEST führte Versuche mit 16 Energiesparlampen durch. Dabei pendelte sich die Energie-Ersparnis bei 50 bis maximal 70 Prozent ein. Eine Sparlampe brauchte sogar mehr Strom als eine Glühbirne.
Billig-Ramsch aus Fernost
Auch der Fachhandel räumt Qualitätsunterschiede ein: Billigprodukte aus China beispielsweise haben eine geringere Leuchtkraft und gehen schnell kaputt. Hochwertige Sparlampen mit langer Lebensdauer sind aber teuer. Qualitätsprodukte mit rund fünfjähriger Lebensdauer kosten um die fünf Euro und mehr (eine herkömmliche 60 Watt-Glühbirne ist oft schon um 50 oder 60 Cent zu haben).
„20W-Energiesparlampe spart €60.-”. Solche und ähnliche Berechnungen, wie wir sie aus der Werbung kennen, sind mit Vorsicht zu genießen. Sie treffen bestenfalls nur dann zu, wenn man das teurere, in Europa hergestellte Qualitätsprodukt und nicht den Billig-Ramsch aus Fernost kauft.
Außerdem: In China und anderen Billiglohnländern spielen – von der schamlosen Ausbeutung und den unmenschlichen Arbeitsbedingungen einmal abgesehen – Umweltschutzrichtlinien bei der Produktion kaum eine Rolle.
Teure Entsorgung
Unbeachtet blieb bislang auch die aufwendige Herstellung und Entsorgung von Energiesparlampen. Nach den vorbereitenden Studien zur Öko-Designrichtlinie vom Jänner 2008, die im Auftrag der Europäischen Gemeinschaft durchgeführt wurden, verbraucht die Herstellung und Entsorgung einer Energiesparlampe viermal so viel Energie wie die einer Glühbirne, deutlich mehr Wasser und Schwermetalle, und es entstehen viel mehr Abfall sowie CO2- und andere Emissionen.
Energiesparlampen sind Sondermüll und dürfen daher nicht (wie die herkömmliche Glühbirne) im Restmüll landen, sondern müssen kostspielig entsorgt werden!
Keine echte Alternative zur Glühlampe
Energiesparlampen seien demnach kein wirklicher Fortschritt und keine echte Alternative zu Glühlampen, ist man bei ÖKO-TEST-Urteil (10/2008) der Ansicht.
Auch melden sich immer mehr Wissenschaftler melden sich zu Wort. Sie kritisieren die Wunderlampen-Werbeoffensive und qualifizieren den Heiligenschein der Sparlampe bereits als Scheinheiligkeit ab.
So gibt der Salzburger Umweltmediziner Gerd Oberfeld zu bedenken: „Energiesparlampen erzeugen elektrische Felder. Fünf Prozent der Bevölkerung verspüren dadurch Kopfschmerzen, Schwindel und Konzentrationsprobleme.”
Aufschlussreiche Studie
Interessant ist auch das Ergebnis einer von der britischen Regierung in Auftrag gegebene Vergleichsstudie zum Gesamtenergieverbrauch in geheizten Räumen: „Konventionell” erhellte Räume verbrauchen weniger Energie (verglichen wurden Wohnzimmer, die einmal mit Sparlampen und dann mit Glühbirnen beleuchtet wurden).
Dafür gibt es zwei Gründe: Letztlich wird der gesamte Energieverbrauch einer Lampe in Wärme umgesetzt, der höhere Stromverbrauch der Glühbirne entlastet die Heizung. Dazu kommt ein psychologischer Faktor: Da im Lichtspektrum der Sparlampen die roten Anteile unterrepräsentiert sind, empfindet der Mensch seine Umgebung als kühler – und dreht die Heizung höher.
Glühlampen auf Vorrat legen
Viele Verbraucher überlegen bereits, sich einen entsprechenden Vorrat an Glühbirnen anzulegen, damit sie noch etliche Jahre auf die herkömmliche Glühfadenlampe zurückgreifen können. Denn bei weitem nicht für alle Leuchtkörper gibt es die passenden Sparlampen.
Außerdem: Viele Sparlampen brauchen eine gewisse Zeit, um die volle Leuchtkraft zu erreichen. Dort wo also nur kur Licht benötigt wird, sind Sparlampen fehl am Platz. Vielfach lässt man daher zwecks längerer Lebensdauer die „Sparlampe” brennen, was wiederum den Vorteil des Stromsparens aufhebt...
EU-Zwangsbeglückung
Ab Herbst 2009 wird es in den Regalen keine 100-Watt-Birnen mehr geben. Danach werden sukzessive die schwächeren Birnen verschwinden.
Dort wo es möglich ist, finden sich in den meisten Haushalten ohnehin jetzt schon Energiesparlampen. „Wozu als schon wieder eine EU-Zwangsbeglückung”, fragen sich viele. EU-Kritiker vermuten dahinter Geschäftemacherei.
Klimarettung?
Wer der Meinung ist, dass Sparlampen wesentlich zur Rettung unseres Klimas beitragen, sollte sich vor Augen halten, dass der Energieverbrauch für Beleuchtung nur etwa zwei bis drei Prozent beträgt. Naheliegender ist da schon der Verdacht, dass das EU-Verbot der Glühfadenlampe vielmehr den Herstellern nützen soll, weil sich mit der Produktion von Energiesparlampen wesentlich höhere Profite erzielt lassen!
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Lichtquellen | © Fotograf: WRW | www.pixelio.de
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