Eier | © Ernst Rose | www.pixelio.de

„Bodenhaltung” ist nicht das Gelbe vom Ei!

Obwohl immer mehr Verbraucher Käfigeier aus Tierschutzgründen ablehnen, landen solche verhältnismäßig oft ungewollt in den Einkaufstaschen. Schuld sind irreführende Bezeichnungen wie „Vollfrische Eier” oder „Bauerneier aus Bodenhaltung”.

Minderwertige Käfig- und Bodenhaltungseier gelangen aber nicht nur in Form des Ursprungsproduktes Ei, sondern auch in zahlreichen Lebensmitteln auf unserem Tisch. Allen voran in Nudeln und Mehlspeisen. Lassen Sie sich nicht davon beeindrucken, wenn auf der Verpackung steht: „Mit Frischeiern aus Bodenhaltung hergestellt”. Frisch mögen die Eier ja noch sein aber sonst schon nichts! Die Etikettierung „Bodenhaltung” soll den Konsumenten vorgaukeln, dass er ein hochwertiges Produkt erwirbt. Ein Blick auf die Kennzeichnung lohnt sich daher allemal.

„Bauern”-Eier aus der Batterie

Die Zahl der Verbraucher, die Batterie- oder Bodenhaltungseier aus Tierschutzgründen Batterie-Eier ablehnt wächst stetig, berichtet der Deutsche Tierschutzbund und verweist auf repräsentative Umfrage-Ergebnisse, die auch für Österreich Gültigkeit haben. Tatsächlich aber kaufen die Verbraucher nicht im gleichen Umfang Eier aus tiergerechter Freilandhaltung. Schuld daran sind irreführende Bezeichnungen. Auch die auf Märkten von Einzelhändlern feilgebotenen „Bauern”-Eier haben sich bei Kontrollen nicht selten als minderwertige Qualität aus Batteriehaltung (Qualitätskategorie 3) entpuppt.

Österreich: Käfighaltung ab 2009 verboten

In Österreich ist die Haltung von Hühnern in konventionellen Käfigen ab 1. Jänner 2009 verboten (EU-weit gilt dieses Verbot erst ab 2012). Zu glauben, dass es ab kommendem Jahr nur mehr Eier von glücklichen österreichischen Hühnern gibt, wäre aber ein großer Irrtum. Denn nach wie können Importeier aus Käfighaltung in die Regale gelangen und auch der inzwischen geläufig gewordene Begriff „Bodenhaltung” ist - im wahrsten Sinn des Wortes - nicht das Gelbe vom Ei!
 

Kein Tageslicht, kein Auslauf, gestutzte Schnäbel

Die Bezeichnung Eier aus Bodenhaltung (Kategorie 2) soll dem Verbraucher lediglich vorgaukeln, dass diese Hühner glücklich in freier Natur leben dürfen. Tatsächlich geht es den Bodenhaltungs-Hendln nicht viel besser als in der Legebatterie. In meist riesigen Hallen müssen sich sieben Tiere einen Quadratmeter Bodenfläche teilen (!), Sonnenlicht wird durch künstliche Neonröhren ersetzt. Auslauf gibt es keinen. Um Verletzungen zu vermeiden, die durch gegenseitiges Picken entstehen können, werden den Hennen die Schnäbel gestutzt! Der Anteil der Eier aus Bodenhaltung beträgt in Österreich derzeit immer noch rund 23 Prozent. Begriffe wie „Vollfrische Eier aus Bodenhaltung”, „Eier vom Bauernhof”, „Landeier aus Bodenhaltung” und ähnliche Fantasiebezeichnungen auf der Packung sind irreführend.
 

Schon besser: Freilandhaltung

Rund ein Drittel der Eier in Österreich stammen aus Freiland-Haltung (Kategorie 1). Kauft man ein deklariertes Freilandei, geht es den Hennen schon besser. Erlaubt sind max. sieben Tiere pro Quadratmeter Stall; ferner sind mindestens 10 Quadratmeter Grünauslauf pro Huhn vorgeschrieben, der den Tieren tagsüber uneingeschränkt zur Verfügung stehen muss. Für die Haltung von Freilandhühnern benötigt der Landwirt eine wesentliche größere Fläche als in der Legebatterie. Daher sind die Freilandeier teurer. Freiland-Eier sind aber nicht automatisch Bio-Eier! Der Unterschied liegt in der Fütterung der Hennen. Während Freiland-Hühner mit Futter aus konventioneller Landwirtschaft gefüttert werden, bekommen Bio-Hühner ihr Futter aus biologischem Anbau. Auch Medikamente dürfen den Freiland-Hennen verabreicht werden.
 

Als Bio-Henne lebt es sich am besten

Geflügel | © Gitti | www.pixelio.de Mit jedem gekauften Ei aus Bio-Freilandhaltung (Qualitätskategorie 0) fördert man die Haltung von glücklichen Hennen auf Bio-Betrieben. Die Haltungsbedingungen unterscheiden sich für die Tiere darin, dass maximal sechs Hennen pro Quadratmeter gehalten werden dürfen und artgerechte Ausstattung des Stalles wie Nester, Sitzstangen und ein Grünauslauf von mindestens 10 Quadratmeter pro Huhn zur Verfügung stehen muss. Die Fütterung unterliegt strengen Bio-Kontrollen, vorbeugende Arzneimittelgaben, synthetische Aminosäuren sowie Farbstoffe sind verboten.
 
All das macht verständlich, warum Bio-Eier nicht billig sein können. Dafür bekommt man aber auch ein hochwertiges Lebensmittel!

Woran man echte Bio-Eier erkennt

Auf echten Bio-Produkten muss sich immer eine Kontrollnummer befinden. Das ist ein Code, aus dem alle wichtigen Daten hervorgehen.
 
Ein Beispiel: AT-S-01-BIO-1614-5-L
Es ist nicht schwer, den Code zu entziffern. AT = Österreich, S = Salzburg, 01 = Nummer der Kontrollstelle, BIO = garantiertes Bio-Produkt, 1614 = Nummer des Betriebs, 5 = Nummer des Bundeslandes, L = Landwirt (oder V = Verarbeiter, H = Handel).

Generell sind auch folgende Abkürzungen, die Bio-Qualität garantieren, auf den Produktpackungen beim Auffinden von Bio-Produkten hilfreich:

kbl = aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft
kbA = aus kontrolliert biologischem Anbau
kbL = aus kontrolliert biologischem Landbau
Statt "biologisch" kann es auch "ökologisch" heißen.
Bildquelle Eier | © Ernst Rose | www.pixelio.de
Bildquelle Geflügel | © Gitti | www.pixelio.de
 
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